Server-Monitoring hilft dir, Probleme zu erkennen bevor sie kritisch werden. Diese Anleitung zeigt dir verschiedene Methoden – von einfachen Konsolen-Befehlen bis zu professionellen Monitoring-Tools. So behältst du CPU, RAM, Speicherplatz und Netzwerk immer im Blick.
Hinweis: Detaillierte Unterseiten zu einzelnen Tools findest du in der linken Navigation.
Warum Monitoring wichtig ist
- Probleme frühzeitig erkennen, bevor Nutzer sich beschweren
- Engpässe identifizieren und gezielt aufrüsten
- Abstürze und deren Ursachen nachvollziehen
- Langzeit-Trends erkennen (z.B. steigende Last durch mehr Besucher)
1. Echtzeit-Überwachung per Konsole
htop – Interaktiver Prozess-Monitor
htop
htop zeigt CPU, RAM und Swap in farbigen Balken. Du kannst Prozesse per Tastendruck sortieren, filtern und beenden. Die wichtigsten Anzeigen:
- CPU-Balken oben: Ein Balken pro Kern. Volle Auslastung auf einem Kern = Single-Thread-Problem
- RAM-Balken: Grün = verwendet, Blau = Puffer, Gelb = Cache. Erst wenn Grün voll ist, wird es eng
- Load Average: Drei Zahlen (1, 5, 15 Minuten). Höher als Kernanzahl = Überlastung
- Swap: Sichtbar im oberen Bereich. Dauerhafte Swap-Nutzung = RAM-Problem
Glances – Alles auf einen Blick
# Installation
apt install glances # Debian/Ubuntu
pip install glances # Alternativ per pip
# Starten
glances
Glances kombiniert CPU, RAM, I/O, Netzwerk und Festplatten in einer einzigen Ansicht. Weniger interaktiv als htop, aber übersichtlicher für einen schnellen Gesamtblick. Mit glances -w startest du einen Webserver auf Port 61208 für den Zugriff per Browser.
2. Speicherplatz überwachen
df – Partitionen prüfen
df -h
Zeigt alle Partitionen mit Größe, verwendetem und freiem Speicherplatz. Achte auf Werte über 90% – dann wird es kritisch.
ncdu – Interaktiver Speicherplatz-Analyzer
apt install ncdu
ncdu /
ncdu zeigt Ordner-Größen in einer navigierbaren Baumansicht. Perfekt um Speicherfresser zu finden. Mit Pfeiltasten navigieren, mit d löschen.
Automatische Warnung per Skript
#!/bin/bash
# Speicherplatz-Warnung per E-Mail
THRESHOLD=90
df -h | awk '{if (NR!=1) {print $5 " " $6}}' | while read output; do
usep=$(echo $output | awk '{print $1}' | cut -d'%' -f1)
partition=$(echo $output | awk '{print $2}')
if [ $usep -ge $THRESHOLD ]; then
echo "Warnung: Partition $partition ist zu $usep% voll" | mail -s "Speicherplatz-Warnung" [email protected]
fi
done
Als täglichen Cronjob einrichten:
0 8 * * * /pfad/zum/skript.sh
3. Netzwerk überwachen
iftop – Bandbreiten-Nutzung in Echtzeit
apt install iftop
iftop -i eth0
Zeigt welche Verbindungen wie viel Bandbreite nutzen. Links der Absender, rechts der Empfänger. Hilfreich um zu sehen ob ein einzelner Client den Server flutet oder ein Backup die Leitung blockiert.
nload – Einfacher Bandbreiten-Monitor
apt install nload
nload eth0
Zeigt eingehenden und ausgehenden Traffic als Graphen mit Durchschnitts- und Spitzenwerten. Weniger Details als iftop, aber leichter zu interpretieren.
vnstat – Traffic-Statistik über Zeit
apt install vnstat
vnstat -d # Tagesstatistik
vnstat -m # Monatsstatistik
vnstat -h # Stundenstatistik
vnstat läuft als Daemon und zeichnet Traffic-Daten dauerhaft auf. Ideal für langfristige Auswertungen – im Gegensatz zu iftop, das nur den aktuellen Moment zeigt.
4. Langzeit-Monitoring und Benachrichtigungen
Netdata – Professionelles Monitoring mit Weboberfläche
# Installation (ein Befehl)
bash